Beschreibung
Anolis roquet roquet gehören zur Anolis roquet Gruppe, die
offiziell 6 Unterarten hat, wie bspw. Anolis roquet summus.
Sie erreichen eine Gesamtlänge von gut 20 cm (Männchen), wovon etwas mehr als
die Hälfte auf den Schwanz entfällt. Die Männchen sind wesentlich kräftiger
als die Weibchen
Die Geschlechtsunterscheidung ist bei diesen Tieren bereits in den ersten Tagen nach dem Schlupf recht einfach. Während die
Weibchen einen Dorsalstreifen haben, haben die Männchen ein sogen. "Chevron-Muster". Einzig die prächtige Färbung der Männchen
zeigt sich erst einige Zeit später und entwickelt sich im Laufe der Monate zu einer prächtigen grün-schwarz-gelb-türkis-Färbung.
Die Weibchen haben eine grün-ocker-dunkelbraun-Färbung. Beide Geschlechter haben eine gelbe Kehlwamme, die manchmal fälschlicherweise
als Kehlfahne bezeichnet wird. Die männliche ist wesentlich größer als die vom Weibchen.
Terrariehaltung
Anolis roquet roquet benötigt entsprechend seines natürlichen Lebensraums
ein eher hohes als breites Terrarium. Als Terrariengröße für 1,1 empfehle ich
mindestens 60x50x80cm (BxTxH) als reine Nutzgröße. Ich selbst halte mein Paar
in einem 80x50x80 cm Terrarium.
Das Terrarium kann aus Glas, Holz oder anderen Materialien bestehen, bspw. Styropur wie in meinem Fall.
Die Einrichtung und Strukturierung des Terrariums sollte viele Kletteräste und bekletterbare Rück- und Seitenwände enthalten.
Ich empfehle sowohl die Rück- und die Seitenwände blickdicht zu verkleiden.
Da Anolis, auch bekannt als Saumfinger, selbst auf glatten Flächen wie Glas klettern können, kann eine grobe Strukturierung
der Rückwand vernachlässigt werden. Optisch bleibt es natürlich jedem selbst überlassen. Die Rück- und Seitenwände können
aus Styropor-Fliesenkleber-Abtönfarbe oder Korkplatten oder eine der unzähligen weiteren Möglichkeiten, bspw. LTG (Latex-Torf-Gemisch)
bestehen.
Äste können ebenfalls glattrindig sein, es können auch Lianen und Korkäste verarbeitet werden. Zudem empfiehlt es sich dünne
Korkröhren oder Korkstücke anzubringen die den Tieren Versteckmöglichkeiten bieten. Äste müssen übrigens nicht immer aus dem
Fachhandel gekauft werden, sondern können auch aus Wald und Garten entnommen werden. Bei der Entnahme aus dem Wald sind natürlich
etwaige Verbote zu beachten. Unter Terrarianern wird oft empfohlen Holz aus Wald und Garten gründlich zu reinigen und falls
möglich im Backofen für einige Zeit zu erhitzen um Schädlinge und Pilze abzutöten. Ich habe das nicht getan und bin bisher
gut damit gefahren.
Eine Bepflanzung des Terrariums ist mit verschiedenen Rankpflanzen (z.B. Scindapsus, Farnen, Epiphyten (Bromelien, Regendwald-Tillandsien)
und verschiedenen Grünpflanzen, die eine höhere Luftfeuchtigkeit vertragen, möglich. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit der
altbewährten Efeutute (Scindapsus), Grünlilien sind auch sehr robust und unverwüstlich, Schefflera entwickeln sich bei mir
prächtig, Ficus pumila, etc. sind weitere geeignete Pflanzen. Künstliche Pflanzen lehne ich persönlich ab und gehe daher hier
nicht näher darauf ein. Als Bodengrund empfiehlt sich ungedüngte Pflanzenerde, Kokoshumus-Erde-Gemisch, feinster Rindenmulch
(0-5mm), etc. Eine Wasserschale ist unnötig, die Tiere trinken nicht daraus sondern lecken das Sprühwasser von Blättern und
Ästen ab.
Ein wichtiger Punkt bei der Haltung von Anolis roquet roquet ist die notwendige hohe Luftfeuchtigkeit von etwa 60-70% tagsüber,
bis 100% nachts. Diese Luftfeuchtigkeit erreiche ich durch 1 x täglich Sprühen (gegen Abend) Dazu sind entweder eine Beregnungsanlage
oder die üblichen Handsprüher geeignet. Generell ist beim sprühen darauf zu achten möglichst Kalkfreies Wasser zu verwenden
um lästige Kalkflecken auf den Scheiben und der Terrarieneinrichtung zu vermeiden.
Die Lufttemperatur im Terrarium sollte bei 25-27°C liegen und 30°C keinesfalls dauerhaft überschreiten. Ein Sonnenplatz auf
dem die Temperatur bis auf 35-38°C steigt sollte angeboten werden. UV-Licht ist nahezu unverzichtbar, da es auch die Aktivität
der Tiere anregt. Leider wird UV-Licht in Fachkreisen immer nur mit der damit verbundenen Vitamin D-Bildung verbunden, was
meiner Meinung nach als einziges Argument nicht richtig ist.
In meinem Terrarium benutze ich 2 x T5 Leuchtstoffröhren HO (High Output) á 24W mit Reflektoren, sowie eine Lucky Reptile
Bright Sun Jungle 70W die sowohl für UV als auch ausreichende Wärme sorgt. Zusätzliche Wärme kann mit Halogenspots, die es
in verschiedenen Arten gibt erreicht werden, sofern das nicht ausreicht. Das Thema Licht ist jedoch sehr vielfältig und es
gibt hierzu verschiedenste Empfehlungen. So können statt T5-Röhren auch HQI Strahler in ausreichendem Abstand eingesetzt werden,
die allerdings keine Wärme und UV abgeben und nur für das nötige Licht sorgen.
Die Beleuchtung bei Anolis roquet roquet sollte immer außerhalb des Terrariums angebracht sein (Verbrennungsgefahr, Abstand,
etc.). Bei mir habe ich das Terrarium oben komplett mit Alugaze geschlossen, worauf ein Lichtkasten steht in dem die Beleuchtung
untergebracht ist.
UV-Beleuchtung durch Glas funktioniert übrigens nicht, der UV-Anteil wird hierdurch ausgefiltert.
Die Beleuchtungsdauer beträgt bei mir ganzjährig etwa 12 Stunden. Eine Winterruhe ist für Anolis roquet roquet nicht nötig.
Ernährung
Anolis roquet roquet sind rein carnivor, also fleischfressende Tiere. Sie werden mit den üblichen Futterinsekten ernährt.
Sehr gern genommen werden kleine bis mittlere Heimchen, Grillenarten, Heuschrecken, Schaben, Bohnenkäfer, Spinnen, Wachsmaden,
sowie fliegende Insekten wie Wachsmotten oder Stubenfliegen. Pflanzliche Nahrung wird von meinen Sceloporus malachiticus nicht
angenommen. Vor dem Verfüttern werden diese mit einem hochwertigen Vitaminin/Mineralstoffpulver (z.B. Herpetal Complete-T)
bestäubt, zusätzlich gebe ich, besonders bei den Jungtieren bei jeder 2. Fütterung noch etwas Nekton-MSA Pulver hinzu. Adulten
Tiere füttere ich alle 3 Tage. Jungtiere können bis zum Alter von einigen Monaten täglich soviele Insekten erhalten wie sie
annehmen, hier empfehlen sich Microheimchen-, grillen, Microheuschrecken, Bohnenkäfer, Drosphilas, Erbsenblattläuse, kleine
Schaben, etc.
Fortpflanzung und Aufzucht
Anolis roquet roquet paaren sich meist von Frühjahr bis Sommer, die Weibchen legen ihre Eier in den Boden. Wenn man zielgerecht
nachzüchten möchte, kann man die Eier suchen und im Inkubator entwickeln. Ich selbst habe das nicht getan sondern wurde öfter
von einem Jungtier überrascht, dass gerne dem elterlichen Terrarium entnommen werden mochte. Jungtiere schlüpfen nach 40-50
Tagen und haben da eine Gesamtlänge von ca. 5-6 cm, sie
sind bräunlich gefärbt. Man kann hier schon anhand der Zeichnung zwischen Männchen und Weibchen unterscheiden.
Da die adulten Tiere den Jungtieren nachstellen, empfehle ich sie direkt von den Eltern zu trennen und zur besseren Kontrolle
in Aufzuchtterrarien zu überführen. Ein Aufzuchtterrarium von etwa 30x30x40-45cm (BxHxT) reicht für mehrere Jungtiere einige
Monate lang aus, wobei man aufpassen sollte, wenn es mehrere Männchen sind, da diese schon sehr früh territorial reagieren.
Das Aufzuchtterrarium wird ähnlich wie das Terrarium der Adultis eingerichtet, lediglich die Luftfeuchtigkeit darf etwas höher
liegen (70-80%). Eine Grundtemperatur von 25-27° C ist auch für die Nachzuchten ausreichend. Bei Jungtieren habe ich gute
Erfahrungen damit gemacht die Terrarien auszustatten die UV-Licht abgeben. Ich benutze bspw. eine Repti Glo 5.0 Kompaktlampe
mit 26W in Terrarien der o. g. Größe. UV-Leuchtstoffröhren sind natürlich auch geeignet. Ein schwacher Wärmespot als Sonnenplatz
kann alternativ angeboten werden. In einem meiner Aufzuchtterrarien benutze ich einen 35/50W PAR 30 Halogenstrahler der sowohl
für Wärme als auch für den Sonnenplatz sorgt, durch ausreichende Supplementierung der Futtertiere mit Produkten wie Korvimin,
Herptal Complete T, Nekton MSA ist eine separate UV-Beleuchtung nicht zwingend notwendig. Zur Ernährung siehe oben.